Website-Relaunch: Die komplette Checkliste für Unternehmer
15 Punkte, die den Unterschied zwischen Erfolg und Desaster machen.
Ein Website-Relaunch ist kein Redesign-Projekt. Es ist eine strategische Entscheidung, die schiefgehen kann – und oft schiefgeht. Diese 15-Punkte-Checkliste sorgt dafür, dass dir das nicht passiert.
Der häufigste Fehler bei einem Relaunch: Man startet mit dem Design. Farben, Schriften, Layout – alles wird neu. Und drei Monate nach dem Launch stellt man fest: Die Google-Rankings sind eingebrochen, die Hälfte der alten URLs liefert 404-Fehler, und die Conversion-Rate ist schlechter als vorher.
Ein Relaunch ist kein Bauchgefühl-Projekt. Es ist ein strukturierter Prozess. Hier sind die 15 Punkte, die du abarbeiten musst.
Vor dem Relaunch
1. Ziele definieren – schriftlich
Warum überhaupt ein Relaunch? „Die Seite sieht alt aus" ist kein Geschäftsziel. Formuliere messbare Ziele: Mehr Anfragen über das Kontaktformular? Bessere Rankings für bestimmte Keywords? Kürzere Ladezeiten? Wenn du die Ziele nicht aufschreiben kannst, bist du nicht bereit für einen Relaunch.
2. Content-Audit durchführen
Welche Seiten hast du aktuell? Welche performen gut (Traffic, Rankings, Conversions), welche sind Ballast? Ein Content-Audit zeigt dir, was du übernehmen, was du verbessern und was du löschen solltest. Ohne diese Analyse verschleppst du alte Probleme in die neue Seite.
3. SEO-Baseline dokumentieren
Bevor du irgendetwas änderst: Dokumentiere deine aktuellen Rankings, den organischen Traffic und die wichtigsten Kennzahlen. Screenshot von Google Search Console, Export aus dem SEO-Tool deiner Wahl. Nach dem Relaunch brauchst du diesen Vergleichswert – sonst weißt du nicht, ob du gewonnen oder verloren hast.
4. URL-Struktur planen
Ändern sich URLs? Dann brauchst du eine Weiterleitungs-Strategie. Jede alte URL muss auf die passende neue URL weiterleiten (301-Redirect). Kein Punkt auf dieser Liste wird häufiger ignoriert – und keiner richtet mehr Schaden an.
5. Inhalte vorbereiten – vor dem Designprozess
Content first, Design second. Schreibe deine Texte, bevor das Design steht. Warum? Weil das Design dem Inhalt dienen soll, nicht umgekehrt. Die meisten Relaunches scheitern daran, dass am Ende Platzhaltertexte durch hastig geschriebene Inhalte ersetzt werden.
Während des Relaunchs
6. Mobile First – kein Kompromiss
Über 60 % deiner Besucher kommen über Smartphones. Wenn die mobile Version ein Nachgedanke ist, verlierst du die Mehrheit deiner Nutzer. Teste jede einzelne Seite auf mindestens drei Geräten. Nicht nur „sieht okay aus" – sondern: Kann ich das Kontaktformular bequem ausfüllen?
7. Ladezeit messen und optimieren
Ziel: unter 2,5 Sekunden Largest Contentful Paint. Bilder komprimieren, JavaScript minimieren, kein unnötiger Schnickschnack. Google PageSpeed Insights und Core Web Vitals sind dein Maßstab. Eine langsame Seite ist eine unsichtbare Seite.
8. 301-Redirects einrichten
Jede alte URL, die sich ändert, braucht eine Weiterleitung. Erstelle eine vollständige Liste: alte URL → neue URL. Teste jede einzelne. Ein vergessener Redirect bedeutet ein verlorenes Google-Ranking und Besucher, die auf einer Fehlerseite landen.
9. Formulare und Conversion-Elemente testen
Kontaktformular, Newsletter-Anmeldung, Download-Links, Telefon-Buttons – alles testen. Nicht einmal, sondern auf jedem Gerät und in jedem Browser. Die schönste Website ist wertlos, wenn das Kontaktformular keine Mails verschickt.
10. Rechtliches aktualisieren
Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Consent. Bei einem Relaunch ändern sich oft die eingesetzten Tools und Dienste. Deine Datenschutzerklärung muss das abbilden. Prüfe auch, ob dein Cookie-Banner korrekt funktioniert – DSGVO-Verstöße werden teuer.
Nach dem Relaunch
11. Crawling-Fehler überwachen
Google Search Console, Ahrefs oder Screaming Frog: Prüfe in den ersten zwei Wochen täglich auf 404-Fehler, Redirect-Ketten und Indexierungsprobleme. Die meisten Fehler tauchen in den ersten 72 Stunden auf.
12. Rankings und Traffic vergleichen
Vergleiche deine dokumentierte SEO-Baseline mit den aktuellen Werten. Ein kurzzeitiger Ranking-Verlust nach einem Relaunch ist normal – wenn er nach 2–4 Wochen nicht zurückkommt, stimmt etwas nicht.
13. Analytics verifizieren
Ist das Tracking korrekt eingebaut? Werden Seitenaufrufe erfasst? Funktionieren die Zielvorhaben (Goals)? Prüfe, ob Google Analytics, Matomo oder dein Tracking-Tool saubere Daten liefert. Nichts ist schlimmer als drei Monate ohne Daten, weil das Tracking-Snippet fehlte.
14. Nutzer-Feedback einholen
Frag fünf Bestandskunden: „Findest du auf unserer neuen Seite, was du suchst?" Echtes Feedback von echten Nutzern zeigt Probleme, die kein Testprotokoll findet. Und es kostet nichts außer einer kurzen E-Mail.
15. Wartungsplan aufsetzen
Ein Relaunch ist kein Endpunkt, sondern ein Startpunkt. Leg fest: Wer aktualisiert Inhalte? Wie oft werden Backups geprüft? Wer kümmert sich um Sicherheitsupdates? Eine Website ohne Wartungsplan ist ein Auto ohne TÜV – fährt eine Weile, bis es knallt.
Ein Relaunch ist kein Design-Projekt – er ist ein strategisches Vorhaben mit technischen, inhaltlichen und rechtlichen Dimensionen. Die drei größten Risiken: vergessene Redirects (SEO-Verlust), fehlende Mobile-Optimierung (Nutzerverlust) und kein Wartungsplan (schleichender Verfall). Mit dieser Checkliste vermeidest du die häufigsten Fehler.
Relaunch richtig angehen
Ob du deinen Relaunch selbst planst oder Unterstützung brauchst – wir helfen dir, die richtigen Entscheidungen zu treffen.